Wieviel Mut braucht es?

Ich möchte Dich mitnehmen auf eine kleine Reise, die für mich viel mehr geworden ist als eine fünftägige Radtour.

Eigentlich begann alles ganz einfach: Ich hatte Lust, fünf Tage mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, hatte eine Idee für eine Route und fand den Gedanken schön, einfach loszufahren und neue Wege zu entdecken. Dass diese Strecke durch eine Gegend führte, in der es kaum Gaststätten und nur wenige Einkaufsmöglichkeiten gibt, war mir zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt überhaupt nicht bewusst.

Es fühlte sich richtig an und ich hatte große Lust darauf. Die Entscheidung war eigentlich längst gefallen – bis ich begann, alles genauer zu planen.

Plötzlich waren da Fragen: Wo bekomme ich in der Hochsaison eine Unterkunft? Was mache ich, wenn ich nichts finde? Wo kann ich überhaupt hin und welche Strecke ist möglich? Je mehr ich versuchte, Antworten auf all diese Fragen zu finden, desto verwirrter wurde ich und irgendwann war mein Verstand so laut, dass ich mich selbst kaum noch wahrnahm.

Ich fühlte nicht mehr, was sich eigentlich richtig anfühlte.

Mein Verstand gab den Ton an und mein Herz war für mich kaum noch wahrnehmbar. Dabei hatte sich die Idee am Anfang so leicht und richtig angefühlt.

Irgendwann kam mir der Gedanke: Was wäre, wenn ich einfach losfahre? Was wäre, wenn ich nicht alles vorher wissen und absichern muss, sondern mich auf das Leben einlasse und schaue, was unterwegs passiert?

Ich brauchte eigentlich nur eine kleine Sicherheit: Wenn wirklich alle Stricke reißen, möchte ich jemanden haben, der mich holen kann. Diese Sicherheit habe ich mir geschaffen – und plötzlich konnte ich wieder loslassen.

Also bin ich losgefahren.

Und was ich in diesen Tagen erlebt habe, hat mich an vielen Stellen überrascht, berührt und zum Nachdenken gebracht. Es ging um Vertrauen, um Entscheidungen, um Kontrolle und Leichtigkeit und immer wieder um die Frage, was passiert, wenn wir nicht schon vorher wissen, wie der nächste Schritt aussieht.

Vor allem aber habe ich erlebt, wie viel entstehen kann, wenn der Kopf einmal leiser wird und wieder Raum entsteht für das, was in uns längst da ist.

Davon möchte ich Dir erzählen.

Inhaltsverzeichnis

Wenn andere wissen wollen, was für dich möglich ist

Die Entscheidung für meine fünftägige Radtour stand. Jetzt ging es an die Vorbereitung: Was nehme ich mit und wie kann ich mich auf das Wesentliche reduzieren? Mein Fahrrad hat keinen Gepäckständer, also brauchte ich eine andere Lösung.

Ich dachte an einen Wanderrucksack und ließ mich dazu beraten. Als ich dem Verkäufer erzählte, was ich vorhatte, bekam ich ziemlich schnell die Rückmeldung, dass das so nicht funktionieren würde. Fünf Tage mit einem Wanderrucksack Fahrrad zu fahren und vorne zusätzlich einen Korb zu haben, sei zu zu anstrengend.

Ich fand das spannend, denn eigentlich war ich davon überzeugt, dass es gehen würde. Und trotzdem merkte ich, wie mich kurz die Einschätzung eines anderen Menschen einen Zweifel in mir auslösen kann. Dabei wusste dieser Mensch nichts darüber, wie ich unterwegs sein möchte, was mir wichtig ist oder was ich mir zutraue.

Eine Freundin gab mir dagegen zwei ganz konkrete Hinweise: eine Powerbank für mein Handy und ein gutes Fahrradschloss. Beides erschien mir sinnvoll und ich habe es besorgt.

Den Wanderrucksack habe ich dagegen nicht gekauft. Ich nahm meinen normalen Rucksack, den ich bereits hatte.

Für mich war das wieder eine kleine Übung darin, genauer hinzuhören: Was ist eine hilfreiche Information für mich – und was ist die Vorstellung eines anderen Menschen davon, was für mich möglich ist?

Und so wurde auch die Vorbereitung wieder ganz einfach: Ich nehme mit, was ich wirklich brauche – und dann fahre ich los.

PS: Auf die schönen Schuhe konnte ich in meinem Gepäck allerdings nicht verzichten. Schließlich ist einer meiner Werte persönliches Erscheinungsbild 😉

Wenn das Neue plötzlich Sicherheit gibt

Meine kleine Auszeit-Reise begann – und nach ungefähr einer Stunde auf dem Fahrrad war die anfängliche Freude noch da, gleichzeitig tauchte plötzlich dieses Heimweh auf. Dieses weinerliche Gefühl in der Brust, dieses „Ich bin alleine“ und „Ich möchte nach Hause“, das ich kenne, wenn ich mich von einem geliebten Ort entferne. Und das, obwohl ich noch gar nicht weit gefahren war und mich eigentlich noch mitten in meiner Heimatgegend befand.

Das Gefühl wollte nicht einfach verschwinden. Also habe ich mich gefragt: Was braucht mein Körper jetzt?

Ich habe mir ein Getränk mit B-Vitaminen gemacht, weil ich meinen Körper in diesem Moment unterstützen wollte. Danach war das Gefühl tatsächlich schwächer. Wenn es vorher bei 10 lag, würde ich es jetzt vielleicht bei 5 oder 6 einordnen. Es war noch da, aber nicht mehr so stark.

Also bin ich weitergefahren und habe das Gefühl einfach mitgenommen, ohne daraus gleich eine Entscheidung zu machen.

Und dann wurde es richtig spannend.

Solange ich durch meine vertraute Umgebung fuhr, blieb dieses Heimwehgefühl da. Doch plötzlich kam ich auf einen Weg, den ich noch nicht kannte – und mein System wurde ruhig. Das Gefühl war einfach weg.

Das hat mich fasziniert. Nicht das Vertraute gab mir in diesem Moment Sicherheit, sondern das Neue.

Mein System reagiert nicht unbedingt mit mehr Sicherheit auf das Gewohnte. Meine Ruhe beginnt genau dort, wo ich meine Komfortzone verlasse.

Und dann bin ich tatsächlich am ersten Tag 35 Kilometer gefahren, obwohl ich ursprünglich nur etwa 20 Kilometer fahren wollte. Wie ich genau dort hingekommen bin, weiß ich inzwischen selbst nicht mehr so richtig. Ich hatte mich ein- oder zweimal verfahren und dadurch wurde die Strecke etwas länger. Aber der Weg war wunderschön – eigentlich nur Grün, Natur und Wege, die ich noch nicht kannte.

Irgendwann war meine Energie allerdings ziemlich aufgebraucht und am Ende hatte ich wirklich keine Lust mehr. Dann kam ich an meinem Quartier an und war einfach froh, angekommen zu sein.

Wo bekomme ich jetzt etwas zu essen?

Das Quartier war großartig und hatte etwas ganz Besonderes. Ich konnte erst einmal ankommen und mich daran erfreuen.

Nur eines hatte ich noch nicht gelöst: Wo bekomme ich jetzt etwas zu essen?

Der Gastgeber sagte mir, dass es in der Nähe keine Einkaufsmöglichkeiten gibt und die nächste Gaststätte etwa zehn Kilometer entfernt sei. Nach 35 Kilometern Fahrradfahren war für mich sofort klar: Nein, das mache ich heute nicht mehr.

Er erzählte mir, dass sie später selbst grillen würden und ich gerne dazukommen könne. Nur mit dem Fleisch war es etwas knapp.

Und dann kam plötzlich ein anderer Gast dazu. Er hatte unser Gespräch mitbekommen und wollte sowieso noch mit dem Auto in einen etwa 15 Kilometer entfernten Ort zum Einkaufen fahren. Er fragte mich, ob ich einfach mitkommen möchte.

Ich dachte nur: Wie schön ist das denn?

Ich konnte mir mein Essen besorgen, ohne noch einmal aufs Fahrrad steigen zu müssen. Ich hatte ein Bedürfnis – und plötzlich war eine Möglichkeit da.

Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind. Wie wundervoll das Leben doch ist.

Genau das meine ich mit Vertrauen ins Leben. Ich wusste nicht, wie ich an diesem Abend zu meinem Essen komme, und musste es auch nicht wissen. Ich durfte einfach offen bleiben für das, was sich zeigt.

Für mich war es wieder ein kleiner Moment dieser Reise, in dem ich gemerkt habe, wie gut es sich anfühlt, nicht alles kontrollieren zu müssen. Einfach wahrnehmen, was gerade ist, und offen bleiben für das, was als Nächstes kommt.

Dankbar für diese kleinen Geschenke des Lebens.

Adler für mich

Heute sind mir auf meiner Radtour Adler begegnet – und zwar so nah, wie ich einen Adler bisher noch nie erlebt habe. Wenn mir Tiere begegnen, schaue ich inzwischen auch gerne auf ihre Bedeutung und frage mich, was sie mir vielleicht sagen wollen. Sind wir nicht alle irgendwie mit der Natur und den Tieren verbunden? Ich finde diesen Gedanken spannend und gleichzeitig schön spielerisch.

Ich wollte diesen besonderen Moment unbedingt fotografieren, aber es ist mir leider nicht gelungen.

Am Abend schickte mir eine liebe Freundin plötzlich ein Video. Auch sie hatte an diesem Tag Adler gesehen und erzählte mir, dass sie dabei das Gefühl hatte, diese Begegnung sei irgendwie nicht für sie bestimmt. Warum sie mir das Video schickt, wusste sie selbst nicht genau – sie wollte ihrem Gefühl einfach vertrauen.

Und dann schickt sie mir genau dieses Video.

Ich staune.

Ich konnte meinen Adler nicht festhalten – aber sie.

Telepathie? Resonanz? Zufall?

Ich weiß es nicht. Aber manchmal gibt es diese Momente, die sich nicht erklären lassen – und genau das macht das Leben spannend.

Was nehme ich daraus mit?

Ich muss nicht alles alleine machen, wenn es zu mir soll kommt es.

Offen bleiben. Wahrnehmen. Mich überraschen lassen.

Jupiter gibt mir Rückenwind

Meine kleine Auszeit-Reise war für mich auch eine Entscheidung, die gut zu meiner persönlichen Grundprogrammierung und zur aktuellen astrologischen Zeitqualität passte.

Wenn du dich mit Astrologie nicht so gut auskennst, möchte ich kurz erklären, warum ich darin gerade eine spannende Verbindung sehe:

Jupiter, der in der Astrologie für Wachstum und Erweiterung steht, steht aktuell im Löwen und bringt bis Juli 2027 Rückenwind in den Lebensbereich, in dem sich der Löwe in deinem Grundhoroskop befindet.

Da mein 5. Haus im Löwen steht, berührt diese Zeitqualität einen Lebensbereich, in dem es um Lebensfreude, Kreativität, Selbstausdruck und darum geht, mich mit dem, was aus meinem Herzen kommt, zu zeigen.

Und genau das beschäftigt mich gerade: Ich möchte meine Sichtbarkeit erweitern.

Ich möchte mehr Menschen zeigen, was mich bewegt, was ich erlebe, was ich lerne und wofür ich stehe.

Und genau das habe ich auf dieser Reise getan.

Im Rückblick finde ich es spannend, wie gut diese Reise auch zu der aktuellen astrologischen Zeitqualität passt.

Auch die Sonnenfinsternis im Löwen am 12. August fiel in diese Zeit. Während ich jetzt, nach meiner Reise, darüber schreibe, sehe ich noch einmal anders auf das, was in diesen Tagen passiert ist. So viele Begegnungen, Gespräche und Situationen hatten für mich etwas mit dem Thema Sichtbarkeit zu tun.

Und dann gab es noch dieses kleine Detail, das ich einfach wunderschön fand:

In meinem Quartier gab es ein Teleskop.

Ausgerechnet in dieser besonderen Zeit am Himmel konnte ich dort nachts die Sternschnuppen beobachten. Ich war losgefahren, ohne zu wissen, was mich unterwegs erwarten würde – und landete an einem Ort, an dem genau das möglich war.

Solche Zusammenhänge liebe ich an meinem Grundhoroskop. Immer wieder entdecke ich darin Dinge, bei denen ich denke:

AHA!

Ich nutze mein Grundhoroskop deshalb gerne wie einen persönlichen Projektplan für mein Leben. Dort ist nicht festgeschrieben, was passieren wird. Es hilft mir vielmehr, mich selbst besser zu verstehen, Entwicklungen einzuordnen und bewusster Entscheidungen zu treffen.

Und genau das macht mir Freude: mein Leben zu beobachten und immer wieder diese Aha-Momente zu entdecken.

 

Gastfreundschaft, die Verbindung schafft

Heute, wenn ich auf die Orte zurückblicke, an denen ich auf meiner kleinen Auszeit-Reise war, fällt mir etwas auf: Überall bin ich Menschen begegnet, die offen für Begegnung waren und bereit, ein kleines Stück mehr zu geben, als eigentlich notwendig gewesen wäre.

Eine Gaststätte hat mir sogar noch Brot aufgebacken, obwohl eigentlich schon geschlossen war – einfach damit ich für den Abend noch etwas zu essen mit in meine Unterkunft nehmen konnte.

Und dann war da Schloss Schlemmin. Das Restaurant hatte noch geschlossen, trotzdem wurde mir ein Kaffee angeboten. Für mich war das keine Selbstverständlichkeit und deshalb habe ich mich später per Mail dafür bedankt.

Die Antwort der Hoteldirektorin hat mich sehr berührt. Sie schrieb mir, dass genau diese Herzlichkeit die Philosophie ihres Hauses sei: Jeder Mensch, der kommt, soll spüren, dass er willkommen ist. Nicht, weil es irgendwo in einem Leitbild steht, sondern weil Gastfreundschaft für sie eine Haltung ist.

Und dann gab sie mir die Möglichkeit, sie persönlich kennenzulernen, gemeinsam einen Kaffee zu trinken und zu schauen, wo wir geschäftliche Schnittmengen haben und was daraus entstehen darf.

Ich bin nicht nach Schloss Schlemmin gefahren, um einen geschäftlichen Kontakt zu knüpfen. 

Und aus einem Kaffee, der mir trotz geschlossenem Restaurant angeboten wurde, ist nun die Möglichkeit für eine neue Begegnung entstanden.

Wie schön das Leben manchmal Verbindungen entstehen lässt, wenn wir einfach offen sind.

Und genau hier zeigt sich für mich wieder einmal: Werte verbinden.

Was ich Dir mitgeben mag: Nicht jede Begegnung braucht eine Absicht. Manchmal reicht echtes Interesse, ein offenes Gespräch und eine Haltung, die von Herzen kommt – und daraus kann etwas entstehen, mit dem wir vorher überhaupt nicht gerechnet haben.

Die nächste Unterkunft Zeigt Sich Nicht

Ich war weiter mit dem Fahrrad unterwegs und brauchte für den nächsten Tag eine neue Unterkunft. Den ganzen Tag hatte sich noch nichts ergeben. Wenn ich gesucht habe, habe ich nichts gefunden.

Und trotzdem war ich erstaunlich entspannt. Nach Hause zu fahren war für mich überhaupt keine Option. Ich dachte einfach: Das wird sich schon ergeben.

Ich habe den Tag genossen und war ganz im Hier und Jetzt. Während ich unterwegs war, habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, wie es am nächsten Tag weitergehen würde.

Meine Gastgeber machten sich sogar Sorgen, weil sie mir selbst keine Unterkunft anbieten konnten – sie waren komplett ausgebucht. Ich blieb trotzdem ruhig und vertraute darauf, dass sich etwas zeigen würde.

Und tatsächlich kam um 21 Uhr die Nachricht einer Freundin mit einem Angebot für den nächsten Tag.

Und es war nicht einfach irgendeine Unterkunft. Es war ein Ort, der mir Raum für eine ganz besondere Begegnung mit mir selbst gab – mit einem wunderschönen Sonnenuntergang und einem ebenso besonderen Sonnenaufgang.

Mein Learning daraus: Hätte ich mich den ganzen Tag verrückt gemacht und ständig darüber nachgedacht, wo ich am nächsten Tag schlafen werde, hätte ich vieles von dem, was mir diese Reise geschenkt hat, gar nicht so bewusst erleben können.

Ich war auf dieser Reise immer wieder ganz im Hier und Jetzt. Und genau das hat mir unglaublich viel Ruhe gegeben. Und schlussendlich zeigte mir das Leben die Lösung ganz von selbst.

Du darfst anders handeln

Bevor ich meine heutige Unterkunft verlasse, sitze ich noch auf der Terrasse und arbeite ein bisschen. Ich schreibe an meinem Blogbeitrag, halte meine Erlebnisse fest und erledige ein paar To-dos.

Plötzlich setzen sich zwei Gäste zu mir und wir kommen ins Gespräch. Schnell stellen wir fest, dass wir ähnliche Gedanken und Sichtweisen haben. Es entsteht ein richtig guter Austausch. Dann kommt auch der Inhaber dazu – und aus einem kurzen Gespräch werden fast zwei Stunden gemeinsames Philosophieren, Austauschen und Zuhören.

Wir tauschen Nummern aus und ich darf ihnen sogar meinen Auszeit-Lichtblicke-Newsletter schicken. Sie sind begeistert von dem, was ich tue und vor allem davon, wie ich es tue.

Und wieder zeigt sich für mich: Ich muss nichts erzwingen.

Ich sitze einfach da, arbeite an meinen Dingen und bin offen für das, was entsteht.Und plötzlich habe ich drei neue Kontakte – und die Möglichkeit, meine Erfahrungen und Empfehlungen auf ganz unterschiedliche Weise weiterzugeben.

Und da musste ich wieder an meine Intention denken.

Erinnerst du dich an meine Entscheidung?

Ich wollte diese Reise machen. Ich wollte unterwegs sein, neue Menschen kennenlernen, neue Erfahrungen sammeln und offen dafür sein, was mir begegnet. Und auch hier hat mich das Leben geführt – nicht nach einer klassischen Strategie, bei der ich vorher festlege, was passieren soll und wie ich es erreichen muss. Sondern nach der Strategie des Lebens.

Und Achtung: Das bedeutet nicht, dass du nichts tun musst. Im Gegenteil.

Ich tue sehr viel, um meine Ziele zu erreichen. Aber ich tue es auf eine andere Art und Weise, als wir es oft gewohnt sind. Es ist eine Art und Weise, die sich für mich leicht und stimmig anfühlt, mir Energie gibt und mich nicht ausbrennt oder entmutigt.

Es bedeutet, aktiv zu sein und gleichzeitig offen zu bleiben.

Ich kenne meine Intention. Ich weiß, was ich erleben, erfahren oder erreichen möchte. Und dann gehe ich los, handle und probiere aus. Aber ich lasse mich dabei auch überraschen. Ich schaue, was mir begegnet. Was sich öffnet. Wo ich weiterkomme. Und wo es vielleicht Zeit ist, die Richtung oder den Weg zu verändern.

Ich tue meinen Teil – und lasse offen, wie das Leben mir entgegenkommt.

 

Wenn dein Körper mitredet

Eigentlich ist alles super gelaufen. Unkompliziert, schön und voller besonderer Begegnungen. Und trotzdem habe ich gerade einen Durchhänger. Keinen Bock mehr. Ich möchte am liebsten abbrechen und nach Hause fahren. Natürlich werde ich heute keine Entscheidung mehr treffen.

Kennst du so einen Moment auch aus anderen Bereichen deines Lebens?

Du bist schon ein gutes Stück gegangen. Eigentlich läuft alles. Und plötzlich kommt dieser Punkt, an dem du einfach nicht mehr willst. Du bist müde, erschöpft und zweifelst. Und plötzlich fühlt sich das, was vorher noch richtig war, ganz anders an.

Dabei kenne ich meine Intention. Ich wollte diese Reise machen, unterwegs sein, neue Menschen kennenlernen, neue Erfahrungen sammeln und offen bleiben für das, was mir begegnet.

Aber auch eine klare Intention bedeutet nicht, dass wir auf dem Weg niemals zweifeln.

Gerade in solchen Momenten ist es für mich wichtig, meinem Körper Ruhe zu gönnen und gut für mich zu sorgen. Wenn wir viel erleben, leisten und verarbeiten, braucht auch unser Körper Zeit, um wieder zur Ruhe zu kommen. Und wenn wir erschöpft sind, kann es schwieriger werden, kraftvolle Entscheidungen zu treffen.

Deshalb schlafe ich erst einmal darüber.

Heute muss ich nichts entscheiden. Morgen ist ein neuer Tag. Und tatsächlich: Am nächsten Morgen ist alles anders. Ich wache auf und spüre ganz deutlich:

Ich möchte weiterfahren.

Der Zweifel ist verschwunden. Im Außen hat sich nichts verändert. Nur ich habe mir und meinem Körper Zeit gegeben. Was sich am Abend wie ein klares „Ich will nicht mehr“ angefühlt hat, ist am nächsten Morgen ein ebenso klares:

YES. Ich fahre weiter.

Manchmal brauchen wir erst einmal Ruhe. Abstand. Schlaf.

Und dann können wir wieder spüren, was wirklich unseres ist.

Ich steige auf mein Fahrrad und fahre weiter.

Meine Intention ist noch da. Und damit auch meine Lust auf das, was vor mir liegt.

Ich kenne die Richtung – aber ich muss noch immer nicht wissen, was mich auf dem Weg erwartet.

Was mich wirklich getragen hat

Auf meiner Reise bekomme ich immer wieder das Feedback:

„Hut ab, wie mutig du bist.“
„Dafür braucht es ganz schön viel Mut.“

Und genau das hat mich zum Nachdenken gebracht. Denn wenn ich ehrlich in mich hineinspüre, war Mut gar nicht das, was ich auf dieser Reise gebraucht habe. Ich glaube, ich bin grundsätzlich ein mutiger Mensch. Aber diese Reise hat sich für mich nicht wie Mut angefühlt. Was mich getragen hat, war etwas anderes:

Meine Werte Neugier, Vertrauen und die Bereitschaft, anzunehmen, was sich zeigt.

Ich hatte keine Erwartungen daran, wie es sein musste. Ich wollte einfach offen sein für das, was mir auf diesem Weg begegnete. Und wieder einmal hat mich das Leben positiv überrascht. Was überhaupt nicht auf meinem Plan stand, erwies sich im Nachhinein als ein wahres Geschenk.

Heute bin ich an einem ganz anderen Ort. Hier bin ich komplett für mich. Keine Ablenkung, kein Internet, kein WLAN. Nur ich. Und das Göttliche. Und wieder darf ich schauen, was sich zeigt.

Diese Reise ist für mich deshalb viel mehr als eine Fahrradtour.

Sie zeigt mir immer wieder und bestätigt meine Denkweise:

Ich muss nicht wissen, was morgen kommt.
Ich darf vertrauen.
Ich darf annehmen.
Und ich darf mich überraschen lassen.

Ein Zeichen, das mein Herz berührt

Nach dieser besonderen Unterkunft, in der ich mir selbst begegnet war, ging es am nächsten Tag auch spirituell weiter. Dieser Tag verband mich auf besondere Weise mit dem Göttlichen und Spirituellen.

Auf meiner Radtour kam ich an einer alten, inzwischen etwas baufälligen Kirche vorbei. Obwohl sie nicht perfekt erhalten war, hatte sie für mich eine ganz besondere Energie, und so beschloss ich, hineinzugehen und ein Gebet zu sprechen.

Während ich dort betete, berührte mich etwas tief, denn mir wurde bewusst, dass das, worum ich in diesem Moment bat, tatsächlich ein ganz persönliches und tiefes Herzensanliegen von mir war. Ich glaube, dass wir alle ab und an einen stillen Ort und einen Moment brauchen, in dem wir aus dem Alltag heraustreten können, um wieder wahrzunehmen, was längst in uns ist.

Was ich dabei besonders spannend fand: Normalerweise waren die Kirchen hier nicht geöffnet. Warum das so war, wusste ich nicht, aber ich hatte es auf meiner Reise immer wieder so erlebt. Diese Kirche jedoch war an diesem Tag offen. Ich konnte hineingehen, in Ruhe mein Gebet sprechen und meine Bitte aussprechen.

Und genau in dem Moment, in dem ich mein Gebet beendet hatte, läutete die Glocke einmal.

Ob das Zufall war oder nicht, kann ich natürlich nicht wissen. Aber für mich fühlte es sich wie eine ganz persönliche Antwort an – und ich nahm diesen Moment einfach an.

Es war ein Zeichen, das mein Herz berührte.

Was hat meine Erfahrung mit deinem Business und deinem Leben zu tun?

Vielleicht fragst du dich jetzt: Was hat eine fünftägige Radtour mit deinem Business oder deinem Leben zu tun?

Für mich sehr viel.

Auch im Business und im Leben haben wir Ziele, Pläne und Vorstellungen davon, wie etwas funktionieren soll. Wir treffen Entscheidungen, setzen uns Meilensteine und möchten möglichst genau wissen, wie wir dorthin kommen.

Doch nicht immer läuft der Weg so, wie wir ihn geplant haben.

Vielleicht verändert sich im Business etwas, mit dem du nicht gerechnet hast. Eine Zusammenarbeit entwickelt sich anders als gedacht, ein Projekt nimmt eine unerwartete Richtung oder eine neue Möglichkeit entsteht.

Und auch privat kann sich das Leben plötzlich verändern. Eine Beziehung entwickelt sich anders, die Familie braucht deine Aufmerksamkeit, ein persönlicher Wunsch bekommt eine neue Bedeutung oder du merkst, dass etwas, das lange richtig für dich war, heute nicht mehr stimmig ist.

Dann stehen wir oft vor der Frage: Wie gehe ich damit um?

Halte ich an meinem ursprünglichen Plan fest? Verändere ich meine Richtung? Oder brauche ich einfach einen Moment, um wieder klarer zu sehen?

Für mich geht es dabei nicht darum, niemals zu zweifeln.

Zweifel gehören für mich zum Leben dazu. Sie können ein Hinweis sein, genauer hinzuschauen und zu prüfen, ob das, was wir gerade tun, noch zu uns passt.

Und auch Mut bedeutet für mich nicht, keine Angst oder Zweifel zu haben.

Mut bedeutet, trotz dieser Gefühle innezuhalten, hinzuschauen und dann den nächsten Schritt zu gehen.

Dabei hilft mir, Entscheidungen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten:

Manchmal brauche ich die Klarheit von Zahlen und Fakten. Manchmal zeigt mir mein Körper sehr deutlich, was er braucht. Manchmal helfen mir meine Werte dabei, zu erkennen, was mir wirklich wichtig ist. Und manchmal eröffnet mir die Astrologie eine zusätzliche Perspektive auf mich selbst und die Zeit, in der ich mich gerade befinde.

Diese Perspektiven helfen mir, klarer zu sehen und bewusster zu entscheiden.

Selbstführung ist für mich ein wichtiger Teil eines glücklichen Lebens. Sie bedeutet, mich selbst wahrzunehmen und Verantwortung für mich, mein Wohlergehen und meine Entscheidungen zu übernehmen.

Ich darf Ziele haben. Ich darf planen. Ich darf handeln.

Und ich darf zweifeln.

Ich darf innehalten, wenn mein Körper eine Pause braucht. Ich darf meine Meinung verändern, wenn neue Informationen dazukommen. Und ich darf den Mut haben, einen anderen Weg einzuschlagen, wenn sich der bisherige nicht mehr stimmig anfühlt.

Du musst nicht den ganzen Weg kennen.

Es reicht, wenn du deine Richtung kennst, dir selbst zuhörst und den Mut hast, den nächsten Schritt zu gehen.

Das gilt für dein Business.

Und genauso für dein Leben.

Mut und Zweifel

Mir hat es in meinem Leben immer wieder geholfen, Menschen an meiner Seite zu haben – Coaches und Mentoren, die mir neue Perspektiven gegeben, mich auf blinde Flecken aufmerksam gemacht und mich dabei unterstützt haben, mich selbst besser zu erkennen und meinen ganz persönlichen Weg selbstbestimmt zu gehen.

Denn wir alle haben blinde Flecken. Ich genauso wie du.

Diese Menschen waren wertvolle Wegbegleiter für mich – und sind bis heute unbezahlbar. Sie haben mir geholfen, meinen inneren Frieden zu finden und mit äußeren Umständen umzugehen, die ich nicht verändern kann.

Für mich bedeutet Stärke deshalb nicht, alles alleine schaffen zu müssen.

Stärke bedeutet auch, sich Unterstützung zu erlauben.

Manchmal braucht es einen Menschen, der von außen mit draufschaut, eine andere Frage stellt oder uns hilft, wieder zu sehen, was wir selbst gerade nicht sehen können.

Wenn du gerade an einem Punkt in deinem Leben stehst, an dem du Mut brauchst oder Zweifel hast, darfst du dir Unterstützung holen.

Mein Glas Wein

So, jetzt liegen die letzten Kilometer meiner fünftägigen Radtour vor mir.

Und ich bin mega, mega stolz auf mich.

Ich wusste vorher nicht, wo ich übernachten würde. Ich wusste nicht, ob es irgendwo etwas zu essen gibt oder welche Restaurants geöffnet haben. Die meisten hatten tatsächlich gar nicht auf. Restaurants? Einkaufsmöglichkeiten? Fehlanzeige.

Es war wirklich eine spannende Aktion.

Zum Schluss freute ich mich auf ein Glas Wein am Bodstedter Hafen, auf Zuhause und darauf, die letzten Kilometer einfach zu genießen.

Was für eine Reise. Was für Erfahrungen. Und was für ein schönes Gefühl, es geschafft zu haben.

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